Beim 4. Forum Qualitätskliniken tauschten sich am 18. und 19. Juni mehr als 270 Teilnehmer über die Qualitätsentwicklung in Kliniken aus

4. Forum Qualitätskliniken

Am 18. und 19. Juni fand das 4. Forum Qualitätskliniken in der Akademie der Künste in Berlin statt. Im Zentrum des diesjährigen Forums standen Patientensicherheit, Transparenz und Patientenrechtegesetz. Die Akademie wurde für mehr als 220 Gäste aus ganz Deutschland zu einem Ort des Lernens, des Austauschs und des Diskutierens.

Den Beginn der Veranstaltung läutete eine Podiumsdiskussion mit Marco Kellerhof, Prof. E. Neugebauer, Christian Lautner und Dr. Stefan Etgeton zum Patientenrechtegesetz ein.

Aus dem Bundesgesundheitsministerium gibt es im Rahmen der Ausarbeitung des Patientenrechtegesetzes folgende Erklärung: „Das Leitbild ist ein mündiger Patient. Patientenorientierung und -autonomie sind erklärte Ziele der Gesundheitspolitik. Das Patientenrechtegesetz wird die Position der Patienten künftig stärken.“ Dass mit dem Gesetz ein guter Anfang gemacht wurde bestätigte auch Marco Kellerhof (Leiter der Abteilung Senioren, Pflege und rechtliche Betreuung der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, Hamburg) in seinem Beitrag. Wenn auch Themen wie „verständliche Aufklärung“ und „Recht auf Einsicht in Krankenakten“ in das Gesetz Eingang gefunden hätten, so sind künftig dennoch einige Hürden zu nehmen.

Professor Neugebauer, Inhaber des Lehrstuhls für Chirurgische Forschung und Direktor des Instituts für Forschung in der Operativen Medizin an der Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke, hob die Patientenbeteiligung auf verschiedenen Ebenen hervor: „Ganz wichtig ist natürlich die persönliche Interaktion zwischen Arzt und Patient. Als Patient will ich meine eigenen Möglichkeiten kennen und ausschöpfen.“ Der Arzt sei damit ein Wegbegleiter zur Gesundung, nicht der „Gesundmacher“. Es gebe also beide Ebenen: Lernender Patient und lernender Arzt. Die Aufgabe der Mediziner sei zu fragen: „Ist meine Kommunikation als Arzt gut?“ Gute Qualität bedeute auch die Art der Einbeziehung der Patienten in die Entscheidungsfindung.

Auch Stefan Etgeton, Senior Expert im Programm "Versorgung verbessern - Patienten informieren" der Bertelsmann Stiftung und Christian Lautner, Geschäftsführer der 4QD - Qualitätskliniken.de GmbH machten deutlich, dass in puncto Transparenz für den Patienten noch ein weiter Weg zu gehen ist. Dass sich Patienten immer häufiger selbstständig und vor allem über das Internet Informationen zu Behandlungen und Leistungserbringern beschafften stünde außer Frage. Vielmehr sei nun Sorge dafür zu tragen, dass der Patient verständliche, valide und für ihn nützliche Auskünfte erhielte.

Qualitätsarbeit in der Praxis

Die Qualitätsarena ist eine Ideenmesse. In kleinen Gruppen werden dort Best-Practice-Beispiele erfolgreicher Qualitätsarbeit “zum Anfassen” vorgestellt, wobei der persönliche und der fachliche Austausch untereinander im Mittelpunkt stehen. Die Qualitätsarena zeigt vielfältige Projekte aus den Kliniken. Das beste Projekt wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet – in diesem Jahr gewann das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf mit seinem Projekt „Kontinuierliche Patientenbefragung über Onlineterminals“.

Praxisorientierte Themen boten auch die Workshops: Patientensicherheit, Hygieneindikatoren, Patientenrechtegesetz in der Praxis, Reha-Portal und Social-Media.

Den Abschluss des Tages bildete das Thema Patientensicherheit im internationalen Kontext mit Dr. Günter Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin und Dr. Peter Gausmann, Geschäftsführer der Gesellschaft für Risikoberatung.

In einer Anfrage der SPD im April 2013 an die Bundesregierung, wie und von wem die Qualitäts- und Sicherheitsstandards überwacht werden, lautete die Antwort der Bundesregierung: „Kompetenzen der EU zur inhaltlichen Regelung oder zur Vereinheitlichung von Qualitäts- und Sicherheitsstandards in der Gesundheitsversorgung bestehen nicht.“ Günter Jonitz wies deutlich darauf hin, dass es unabdingbar sei, voneinander zu lernen. Die Förderung der Patientensicherheit könne durch internationale Kooperation und Wissensaustausch erfolgen. Er verwies auf das Aktionsbündnis Patientensicherheit und sein Fazit lautete: „Joint Action is Needed“.

Peter Gausmann bestätigte, dass Patienten Sicherheit in Diagnostik, Therapie und Pflege erwarten. Die Patientensicherheit müsse ein Unternehmensziel von Gesundheitseinrichtungen sein. Initiativen und Maßnahmen könnten allerdings nur dann erfolgreich sein, wenn sie bedarfsgerecht und zielgerichtet sind. Patientensicherheit sei markenbildend und somit im Sinne einer jeden Einrichtung, so Gausmann.

Wir freuen uns bereits jetzt auf das 5. Forum Qualitätskliniken in 2014! Seien Sie dabei!