Rückblick Diskussionsforum Qualitätsorientierte Vergütung 2014

Im Rahmen der Veranstaltung „Diskussionsforum Qualitätsorientierte Vergütung“ am 18.09.2014 in Berlin widmeten sich knapp 200 Teilnehmer aus dem Gesundheitswesen zukunftsorientierten Lösungen vorbereitend auf die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung festgeschriebenen Veränderungen im Krankenhausmarkt: die Qualitätsfokussierung im Krankenhaus. Das Hauptaugenmerk der Veranstaltung galt Überlegungen zu Pay for Performance, die mit namhaften Vertretern aus Politik, Krankenkassen, Krankenhäusern, Patientenvertretern und Selbstverwaltung diskutiert wurden.

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Den Auftakt machte Cornelia Prüfer-Storcks, Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg: „Gute Qualität soll sich lohnen. Sie soll sich für die Leistungserbringer aber auch für die Patienten lohnen. Bisher lohnt sich gute Qualität kaum, denn schlechte Leistung wird genauso bezahlt, wie Gute. Doch das soll sich ändern. Mit Hilfe des unabhängigen Qualitätsinstituts müssen auf der Grundlage von einheitlichen Qualitätsdaten Konsequenzen gezogen werden. Wer sich nicht verbessert, und die Chance soll jeder bekommen, der soll seinen Leistungsauftrag verlieren. Bei allem: Es geht um Qualität und Patientenorientierung. Es ist eine Einladung an alle im Gesundheitswesen, diesen Weg mit zu vollziehen.“

Im anschließenden Vortrag wies Dr. Georg Rüter, Vorstandsvorsitzender des Zweckverbandes freigemeinnütziger Krankenhäuser Münsterland und Ostwestfalen e.V. darauf hin, dass das DRG-System gut funktioniere und Transparenz schaffe. „Es gibt wuchtige Umverteilungsbewegungen, die nicht alle gern sehen, doch das System funktioniert!“ Sein Fazit: Qualitätsorientierte Vergütung ist möglich!

Dr. Christof Veit, Geschäftsführer des BQS-Instituts: "Leistungsorientierte Vergütung sollte in der Regel keine Dauereinrichtung sein. Die Häuser, die schlecht behandeln, sollen es zeitnah besser machen oder gar nicht. Leistungsorientierte Vergütung wird künftig eher ein wichtiger Impulsgeber für die Weiterentwicklung der Versorgung sein. Sie kann die Einrichtungen fördern, die effizient vorbildhafte Qualitätsergebnisse erreichen."

Aus ihrer langjährigen politischen Erfahrung konstatiert Maria Michalk, MdB, Mitglied des Ausschusses für Gesundheit im Deutschen Bundestag: „Dass Qualität im Fokus steht, ist ein Prozess. Qualität ist kein neues Thema, dennoch muss man sich stärker damit auseinandersetzen. Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe setzt die Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag um, die Erwartungen an die Arbeitsgruppe sind enorm. Wichtig sind vor allem die sektorübergreifende Betrachtung und die Sicht der Patienten soll in den Mittelpunkt rücken.“

Dr. Dorothea Dreizehnter, Vorstand Medizin und Pflege der Sana Kliniken AG, betont, dass das Krankenhausmanagement eine Verantwortung zur Sicherstellung der Qualität trägt und initiativ werden muss: „Die Krankenhäuser haben sich selbst auf den Weg begeben, etwa mit dem Portal Qualitätskliniken.de, haben sich in mehreren Dimensionen transparent gemacht und nicht auf die Politik gewartet. Es ist uns immer wichtig gewesen, die Anregungen von Patienten und Angehörigen zu bekommen, das tun wir seit Jahren. Man sollte klein anfangen, loslegen und Mut beweisen. Sie finden viele Partner auf der Krankenhaus-Seite, die sich mit auf den Weg begeben.“

Auch an den vielfältigen Thementischen kam es zu lebhaften Diskussionen und konstruktivem Austausch. Die Veranstaltung war aus unserer Sicht ein Erfolg und es freut uns, dass so viele Teilnehmer der Einladung gefolgt sind. Den Dialog wollen wir auch in Zukunft gerne weiterführen.